2 thoughts on “Auswertung GITEC-Hoerversuch Holzklang

  1. Square on 30. November 2016 at 19:33 Antworten

    Der Kommentar von Alexander Abadschieff gibt exakt das wieder, was mir beim Anhören der Files durch den Kopf ging.
    Ich konnte mit einem sehr guten Kopfhörer keine bemerkenswerten Soundunterschiede bei diesen perkussiven Hörbeispielen feststellen. Abgesehen davon empfand ich sämtliche Sounds (bzw. den Sound) als recht reizlos und uninteressant – wenn auch nicht untypisch. Zum Bestätigen der These, dass die Holzwahl für den E-Klang keine Rolle spielt, (scheinbar) gut geeignet. Jedenfalls war ich nicht motiviert, mich an dem Test zu beteiligen. Auch kannte ich die alten Originalsamples von Pete Lacis schon.
    Man mag versucht sein, aus den Testergebnissen zu schließen, dass für derartige Riffs die verwendeten Holzkombinationen für die meisten keine nennenswerte Rolle spielen. Andererseits ist die Bandbreite der physikalischen Eigenschaften z.B. für Esche sehr groß: Dichte, Härte und E-Modul variieren stark (bis zu einem Faktor 3). Während Esche typischerweise schwerer und härter als Erle ist, ist „Sumpfesche“ eher leichter. Ich vermute, dass Leo Fender, als er in den späten 50er Jahren begann, die ursprünglich verwendete, offenporige Sumpfesche durch die preisgünstige, leicht verfügbare und einfacher zu lackierende Erle zu ersetzen, bewußt eine Holzart mit ähnlichen Eigenschaften gewählt und keinen andersartigen Klang angestrebt hat.
    Es ist nicht auszuschließen, dass auch hier beim Hörtest Hölzer mit recht ähnlichen Eigenschaften zum Einsatz kamen. Bei einem neuen Test würde ich mir daher neben getragenen Solopassagen eine gezielte, weite Variation der Holzeigenschaften (gerne auch unter Verwendung anderer Hölzer wie Mahagoni (Hals, Korpus), Linde (Korpus, leicht) oder Ebenholz (Griffbrett)) wünschen. Und ein reizvollerer Sound lässt sich z.B. mittels Line 6 UX2+Podfarm und guten Pickups unschwer erzielen. Auch ähnlich „quasi-clean“, also ohne deutlich stärkere Verzerrungen. Die Aufnahmebedingungen sollten gut dokumentiert und nachvollziehbar sein.

    Die bisherigen Testergebnisse lassen bestenfalls vermuten, dass eine bestimmte Holzkombination keinen speziellen Klangcharakter garantiert. Das würde sich jedenfalls mit meinen Erfahrungen decken. Insbesondere klingt meine billige, japanische Stratkopie mit leichtem Eschenkorpus und einteiligem Mapleneck (Bünde, Pickups, Vibrato-Einheit getauscht) wie eine gute, alte Fender-Strat mit Erlenkorpus und Rosewood-Griffbrett in meiner Sammlung. Ich habe aber auch Strats, die (auch mit denselben Pickups) deutlich anders klingen bzw. sich auch bei gleicher Holzkombination hörbar unterscheiden.

  2. Christoph Kaiser on 4. Februar 2017 at 9:49 Antworten

    Man kann auch vermuten, daß die Schwingungen des Instrument direkt am Körper anliegend bzw. in den Händen Unterschiede hervorbringen, die über das alleinige Hören hinausgehen.

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